Postero

Das myofasziale Trainingskonzept zur Wiedererlangung einer physiologischen Körperhaltung.

Der Verlust der aufrechten Körperhaltung

Trotz stetig steigender konservativer und operativer Therapiemaßnahmen nehmen Schmerzen am Bewegungsapparat, vor allem Rückenschmerzen, in der westlichen Bevölkerung konstant zu. Um an den Kern der Problematik zu gelangen, muss unserer Meinung nach, als allererstes den Naturgesetzen Geltung verschafft werden– dem Bauplan unseres Bewegungsapparates, den wir nur zu oft nicht respektieren und ignorieren.

Langanhaltende sitzende oder auch monoton wiederholende Tätigkeiten, ohne entsprechenden Ausgleich, lassen den Bewegungsapparat verkümmern und

begünstigen damit die Entstehung von Dysbalancen und veränderten Haltungsmustern.

Der Praxisalltag in den täglichen Osteopathiesitzungen hat über die Jahre ganz klar gezeigt, dass die meisten Rückenprobleme ein Ergebnis der Körperhaltung sowie der Art und Weise wie wir uns bewegen, ist.

Wir haben aus den Augen verloren, wie eine gesunde und natürliche Haltung aussieht, geschweige denn sich anfühlt. Bis zum 20. Jahrhundert waren chronische Rückenleiden eher die Ausnahme als die Regel. Heutzutage kommen sie doppelt so häufig vor wie noch 1950.

Modell der aufrechten Körperhaltung

Um Schmerzfreiheit zu gewährleisten, müssen wir ein Modell für eine gesunde Körperhaltung entwickeln. Dies ist in westlichen Länder aufgrund der vorwiegend sitzenden Tätigkeit sowie der geringen körperlichen Ertüchtigung häufig abhanden gekommen. Viele unserer Vorfahren bewegten sich intuitiv schmerzfrei. Babys sowie einige Kulturen auf dieser Welt wissen noch heute, wie schmerzfreie Bewegung funktioniert. Allen voran afrikanische und indische Frauen, die ihre Lasten auf dem Kopf tragen, ohne dabei Rücken- oder Kopfschmerzen zu erleiden. Anstatt passiv unter der Last zu stehen und ihre Wirbelsäule zu komprimieren, kontrahieren sie aktiv ihr myofasziales Rumpfkorsett und schützen dadurch ihre Bandscheiben vor der Druckbelastung.

Folgerichtig zeigen solche Völker verringerte Abnützungen in der Wirbelsäule sowie einen stabilen Abstand im Intervertebralraum, sprich in dem Raum, in welchem sich die Bandscheibe befindet, im Vergleich zur westlichen Bevölkerung. Zudem zeigen Studien, dass bestimmte afrikanische Völker mit 50 Jahren einen Intervertebralraum besitzen wie jener von 20-Jährigen in der westlichen Zivilisation.

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Die aufrechte Körperhaltung

Verblüffend ist der Vergleich der Wirbelsäulenform von 1911 zu 1990, die beide aus einem Anatomieatlas zu deren Zeiten stammen. Das linke Bild von 1911 zeigt deutlich weniger scharf ausgeprägte Kurven im Lenden -und Brustwirbelsäulenbereich im Vergleich zu 1990.

Eine verstärkte BWS-Kyphose führt bekanntlich zu einem nach vorne translatierten Kopf, einem der häufigsten beschrieben posturalen Anpassungsmuster in der Fachliteratur, welcher für Nackenschmerzen, Kopfschmerzen, Kieferproblemen, usw. mitverantwortlich gemacht wird. Das Hohlkreuz (verstärkte LWS-Lordose) ist einer der größten Risikofaktoren für Rückenschmerzen.

Diese unterschiedlichen Ansichten von nicht einmal 80 Jahren sind für uns der Schlüssel für das Verständnis der heutigen Rückenschmerzepidemie. Diese kurze Zeitspanne lässt keine genetische Veränderung der Wirbelsäule vermuten, sondern wiederspiegelt unserer Meinung nach die kulturelle Veränderung, die uns von unserem natürlichen Bewegungsdrang und der Tradition der körperlicher Arbeit entfernt hat.

Die meisten chronischen Schmerzen lassen sich auf diese Veränderungen zurückführen. Bewegungen und Haltungen werden von Rezeptoren wahrgenommen und beliefern das Gehirn mit Informationen über die Körperposition, egal ob gut oder schlecht. Dies kann im Laufe der Zeit dazu führen, dass falsche Bewegungen oder Haltungen vom Gehirn als richtig interpretiert und automatisiert werden. Die Konsequenz daraus ist eine veränderte Körperhaltung mit weitreichenden Folgen für unsere Gesellschaft:

  • 90% der Erwachsenen leiden einmal oder mehrmals im Leben an Rückenschmerzen
  • Rückenschmerz ist der Hauptgrund für Erwerbsunfähigkeit bei den unter 45-Jährigen
  • Rückenschmerz ist der häufigste Grund für einen Arztbesuch und der zweithäufigste Grund für Invalidität
  • 40-50% der 14 – 17 -Jährigen klagen über Rücken- oder Nackenschmerzen

Das Trainingskonzept POSTERO

Das Trainingskonzept POSTERO gliedert sich in das POSTERO – Haltungsseminar und das POSTERO –Haltungstraining.

POSTERO - Das Haltungsseminar

Das POSTERO-Haltungsseminar besteht aus theoretischen und praktischen Einheiten. Im Theorieblock wird ein umfangreiches Wissen über die Entstehung sowie Beseitigung von Schmerzen des Bewegungsapparates vermittelt. Beim Praxisteil liegt das Hauptaugenmerk im Erkennen von eigenen Fehlhaltungen sowie dem Wiedererlernen der physiologischen Körperhaltung. Das ergonomische Sitzen, Stehen, Bücken und Gehen sowie der Spannungsaufbau der inneren Mitte stehen dabei im Fokus. Die neu erlernten Bewegungen können durch einfache Schritte in den Alltag integriert werden. Somit wird die tägliche körperliche Aktivität zu einer effektiven Übung, die den Halteapparat kräftigt. Sie ersparen sich dadurch zeitintensives Training im Fitnessstudio oder kostspielige Therapiebesuche. Der Alltag wird zum Trainingsort. Dies stellt die Basis für eine nachhaltige Veränderung von Gewohnheiten und Haltungsmustern und vereinfacht den Einstieg in das POSTERO – Haltungstraining.

Das Seminar besteht aus zwei vierstündigen Einheiten, aufgeteilt auf zwei Vor-oder Nachmittage im Abstand von einer Woche.

POSTERO - Das Haltungstraining

Um tiefsitzende Fehlhaltungen und Haltungsmuster zu ändern, ist es notwendig über einen längeren Zeitraum regelmässig an seinem Körper zu arbeiten. Wie ein sanierungsbedürftiges Haus, welches nicht innerhalb von 3 Tagen komplett renoviert werden kann, bedarf es etwas Zeit, um langfristig unser muskuloskelettales Körpergerüst umzuformen. Im POSTERO – Haltungstraining erlernen Sie spezielle Techniken, wie Sie gezielt Rücken-, Nacken – oder Gelenkschmerzen beseitigen, den Bewegungsapparat langfristig stabilisieren und ein schmerzfreies Leben geniessen können.

Das POSTERO – Haltungstraining findet einmal pro Woche statt und ist in monatliche Schwerpunkte gegliedert. Die Schwerpunkte befassen sich mit verschiedenen Körperregionen, welche häufig zu chronischen Schmerzen führen. Kurze Theorieeinheiten vermitteln anatomische und funktionelle Zusammenhänge des Körpers. Dies dient, um den Körper als eine Einheit zu verstehen, bei dem sich bestimmte Läsionen auf fern liegenden Körperregionen auswirken können.

Um bestehende Dysbalancen in ihrem Haltungsmuster aufzulösen, verwenden wir die sich in der jahrelangen Praxiserfahrung am effektivsten erwiesenen Techniken. Mittels der Myofaszialen Releasing-Methode und der Bindegewebsmassage wird das Gewebe gelockert und auf die anschließenden Übungen vorbereitet. Neben speziellen Dehnungen kommen Faszienrollen bzw. Faszienbälle zum Einsatz. Die erlernten Bewegungsabläufe von Alltagsbewegungen aus dem POSTERO – Haltungsseminar wie Sitzen, Gehen, Stehen und Bücken werden gefestigt und die dafür benötigte Muskulatur aktiviert und gekräftigt. Sie erlernen, wie Sie ihr myofasziales System gezielt unter Spannung bringen und somit Last von den Gelenken nehmen können. Unter dieser Spannung werden passive Strukturen wie Bänder und Gelenke geschont und die Belastung auf die aktiven myofaszialen Strukturen (Muskulatur und fasziales Gewebe) verteilt. Durch die Kombination verschiedener Releasing-Techniken mit dem Umprogrammieren der Alltagsbewegungen werden sich Haltung und Form ihrer Köpersegmente, von Kopf bis Fuss so einstellen, wie es die Natur physiologisch vorgesehen hat. Die Form des Körpers folgt dabei nach und nach seiner Funktion. Nur wenn alle myofaszialen Strukturen in der richtigen Funktion arbeiten, kann diese erhalten und gleichzeitig gekräftigt werden. Spezifische Atemtechniken und Entspannungstechniken runden das Training ganzheitlich ab. Denn nur ein entspannungsfähiger Muskel ist voll funktionsfähig.

Für wen ist das POSTERO-Haltungstraining geeignet?

Indikationsliste

  • Bandscheibenvorfall
  • Arthrose der Wirbelgelenke
  • Spinalkanalstenose
  • Skoliose
  • Spondyloarthritiden
  • Morbus Scheuermann

Einseitige Belastung bei bewegungsarmer Lebensweise oder eingefahrene (stereotype) Haltungsmuster begünstigen die Entstehung von unausgeglichenen Spannungsverhältnissen und Verklebungen im umliegenden Gewebe. Die Folge sind unbewusste Haltungsanpassungen des Körpers, welche zu Dysbalancen, Dysfunkionen und schlussendlich zu Schmerzen führen.

  • Muskelverspannungen
  • Nackenschmerzen
  • Blockadegefühl
  • Spannungskopfschmerzen
  • Ausstrahlende Schmerzen in die Extremitäten ohne Reizung der Nerven
  • Hohlrunder Rücken (verstärkte Brustkyphose und Lendenlordose)
  • Rundrücken (verstärkte Brustkyphose)
  • Hohlkreuz (verstärkte Lendenlordose)
  • Flachrücken (kaum physiologische Krümmungen)
  • Skoliose (Verdrehung der Wirbelsäule)
  • Beckenschiefstand
  • ISG-Syndrom
  • Epicondylitis (Tennis- und Golferellenbogen)
  • Frozen Shoulder (Schultersteife)
  • Karpaltunnelsyndrom
  • Parästhesien der Extremitäten ( Einschlafen oder kribbeln der Finger oder Zehen)
  • Atemprobleme
  • Kniearthrose
  • Hüftarthrose
  • Schulterarthrose
  • Rhizarthrose (Daumensattelgelenk)
  • Blasenschwäsche
  • Inkontinenz (für Frauen und Männer)
  • Menstruationsbeschwerden
  • Gelenkschonendes Training für den gesamten Körper
  • Körpergerechtes und ergonomisches Bücken, Stehen, Sitzen und Laufen
  • Straffung des Bindegewebes und Muskulatur
  • Steigerung des Wohlbefindens 
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